Montag, 29. Januar 2007

Straches Kühnengruß

Ave allerseits.

Mir geht es wirklich um eine wichtige Frage, die mir seit einigen Tagen nicht mehr aus dem Kopf geht.
Man verurteilt den freiheitlichen Politiker Heinz Christian Strache wegen einem Kühnen Gruß, der schon 20 Jahre herliegt. Doch was ist an dem Thema so interressant? Der Kühnengruß ist nicht illegal, der deutsche Gruß, auch Hitlergruß genannt, schon. Aber weshalb ist es illegal. Sind wir immer noch eine Gesellschaft, die von Paranoia vergangener Zeiten verängstigt sind. Liegt uns die Schuld der Großväter so tief in uns, dass wir alles ablehnen, was auch nur ansatzweise braun sein könnte. Das dritte Reich ist nun mittlerweile seit fast zweiundsechzig Jahren nicht mehr aktiv, denoch wird immer und immer wieder Publicity um solche Themen gemacht. Man muss sich mal vorstellen, wenn man die Hand flach ausstreckt, läuft man Gefahr, bei falscher Interpretation wegen Wiederbetätigung angezeigt zu werden. Wenn man bekannt ist (wie der Fall Strache), ist es schon gefährlich, auch nur drei Finger falsch ausgestreckt zu haben. Kaum gemacht, schon als Neonazi abgestempelt.

Andererseits existiert in Österreich eine KPÖ. Die Kommunisten haben mehr Todesopfer auf dem Gewissen als die Nationalsozialisten. Denoch wird allgemein nichts anstößliches daran empfunden, wenn man mit roten Sternen, Hammer und Sichel oder diversen Stalin, Lenin und Trotzki-Bildern kommerzialisiert. Die Strafen für nationalsozialistische Wiederbetätigung sind in vielen Fällen höher als Raub, Vergewaltigung und Drogen-bzw Waffenhandel. Ich weiss zwar nicht, welche abstrusen Moralvorstellungen die Gesetzgeber unterliegen, aber ein Jugendlicher, der aus Jux und Schabernack, vielleicht auch aus leichter Interesse sich mit NS-Verbotsmaterial beschäftigt, sollte meiner Meinung doch nicht härter als einer bestraft werden, der wirklich seinen Mitmenschen aktives Leid zustoßen lässt. Wenn einer aus Interesse in "Mein Kampf" umblättert oder unter Alkoholeinfluss oder aus rein provokanter Tätikeit das berüchtigte "Horst-Wessel Lied" singt, begeht doch keinen Gewaltakt gegenüber anderen. Da wird weder einer verletzt, noch werden damit gewisse Dinge zerstört bzw. randaliert. Wenn jedoch einer bewusst Drogen verkauft, ist das eine gefährliche Schädigung an anderen. Wenn einer Raub und Vergewaltigungsdelikte begeht, ist das ein grober Gesetzesverstoß, der anderen Menschen oft längerfristige Schädigungen herbeiführt.

Mag jetzt sein, dass ich ziemlich stark vom Thema abgewichen bin, aber es ist halt ein Dilemma unserer Gesellschaft.
Ist es nicht paradox, dass zwar der deutsche Gruß als volksverhetzend und illegal klassifiziert ist, jedoch ein ausgestreckter Mittelfinger schon fast alltäglich ist. Viele Prominente liefern mit diversen Mittelfingeraktionen noch dazu ein gutes Vorbild.
Und das, obwohl es nichts anderes heisst, als das der andere ein "Arschloch" ist. Also eine Körperöffnung, die für die Ausscheidung der Fäkalien zuständig ist.

Und der Kühnengruß unterscheidet sich vom Viktorygruß allein durch den Daumen, der bei ersterem auch rausgestreckt wird. Der Viktorygruß geht zurück bis ins Mittelalter und kommt ursprünglich von den englischen Bogenschützen, die im Krieg gegen die Franzosen es als Schikane benutzen, weil sie damit andeuteten, dass sie ihre noch haben. Die Franzosen hackten nämlich gefangengenommenen Bogenschützen diese zwei Finger ab, um so nicht mehr ihre Waffe zu betätigen zu können.

Berühmt wurde der Viktorygruß jedoch erst im zweiten Weltkrieg wieder, als Okultmeister Aleister Crowley dem Premierminister Winston Churchill bat, im Gegensatz zu Hitlers deutschem Gruß eine Art Gegensymbol zu erfinden. Voilá - die Wiederauferstehung eines altvergessenen Grußes war geboren. Nach dem Weltkrieg benutzen die Hippies das Zeichen als Symbol des Friedens.

Friedens? Genau, das Zeichen des Friedens, aber man fragt sich, welcher Frieden. Ein Zeichen, das für Sieg steht, dass für die Schikane anderer steht und als okkultes Gegensymbol in einem Weltkrieg verwendet wird, wirkt in diesem Zusammenhang irgendwie makaber. War es nicht Winston Churchill, der mit der Masssenbomardierung der deutschen Zivilbevölkerung begonnen hat. Ja, er war es, und er gab Arthur Harris auch dann noch Aufträge, als es keinen kriegsentscheidenten Effekt mehr hatte.

Nun gut, das wars erstmal, ach wenn ich mehr oder weniger leicht vom Thema abgewichen bin.

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